Das Vokalensemble Cantaloupes
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Entstehung von Golden Legend

Für das Chor-Festival 1886 in Leeds, das Sullivan leitete, komponierte er ein neues Werk: "The Golden Legend".
Das Libretto schrieb Joseph Bennett unter Verwendung der gleichnamigen Dichtung von Longfellow.
Die urprüngliche Handlung wurde veröffentlich als "Der arme Heinrich" von Hartmann von der Aue. Das Stück von Longfellow enthält als zusätzliches Element den "Lucifer", der die Menschen verführen will und scheitern muss.
Im April 1886 begann Sullivan mit den ersten Überlegungen zur Komposition. Im Juni schrieb er die ersten Noten. Bereits am 25. August war die Komposition vollendet. Sullivan selbst war sehr stolz auf sein neues Werk und die Klangeffekte, die ihm darin gelungen waren.
Er ließ für die Eingangstöne spezielle Glocken gießen.
Ab dem 10. September lief die Probenarbeit mit dem Chor.
Die Aufführung am 16. Oktober war, wie erwartet,  ein Riesenerfolg. Die Presse sprach von Ovationen und großem Triumph.
"Golden Legend" wurde in den Jahren bis zum Tod Sullivans vielfach aufgeführt, mit mäßigem Erfolg auch in Berlin, danach wurde es still um Sullivan und seine Musik.
Lediglich die Opern aus der Zusammenarbeit mit Gilbert blieben auf den Spielplänen englischsprachiger Bühnen.
Seine Nachfolger im englischen Musikleben straften den "Übervater" wegen seiner unverziehenen Ausflüge ins Reich der Unterhaltungsmusik ab.
Die Cantaloupes und Sullivan

In den letzten Jahren wird das "seriöse" Musikschaffen Sullivans nach und nach wiederentdeckt.
Die Cantaloupes versuchten bereits 2004 nach dem guten Erfolg mit der komischen Oper "Mikado" eine Aufführung von "Golden Legend" auf die Beine zu stellen. Probleme mit dem Orchester machten die Planungen damals zunichte.
Im Frühjahr 2010 traf der erneute Vorschlag einiger Sänger auf offene Ohren des Chorleiters, der 2009 zur Gründungsversammlung der "Deutschen Sullivan - Gesellschaft" eingeladen war.
Problemen mit dem Orchester (es gibt da viele: Schwierigkeiten, ein so großes Orchester in entsprechender Qualität zu eher niedrigem Preis zu finden; in welchem Raum kann man mit einem Orchester mit fast 100 Instrumentalisten und dazu noch 30 Chorsängern und Solisten auftreten? etc.) wollte Walter Hansch aus dem Weg gehen und entschloss sich, mit einem selbst eingespielten elektronischen Orchester zu arbeiten. 4 Wochen der Sommerferien galten der Arbeit, das Material in den Computer zu spielen und mit gekauften Klängen zu experimentieren. Jetzt stand ein Orchesterapparat zufrieden stellender Qualität für Solisten- und Chorproben zur Verfügung. Die erste große Probe am 9. Oktober mit dem elektronischen Orchester, Chor und Solisten in der Pfarrkirche Hohenschambach verlief erfolgreich. So entschlossen sich die Cantaloupes, die anvisierten Termine 30. und 31. Oktober nicht mehr zu verschieben, sondern energisch darauf hin zu arbeiten.