Senden 2000

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Neu - Ulmer Zeitung vom 26.4.2000
Im Schönklang der Stimmen
"Die singenden Wölfe" bescheren den Sendener Kulturtagen einen Auftakt nach Maß
Von unserer Mitarbeiterin
Barbara Perkovac

Ein Konzert mit dem Vokalensemble Cantaloupes in der Evangelischen Auferstehungskirche in Senden stand am Beginn der "Kulturtage 2000", einer Reihe von Veranstaltungen im 25. Jubiläumsjahr der Stadt Senden. Es war ein schöner und würdiger Auftakt, wie sich zeigte, an dem die zahlreichen Besucherinnen und Besucher spürbare Freude hatten.

Reich bestückt

Die Cantaloupes (übersetzt: "Zuckermelonen" oder "singende Wölfe"), sie existieren als Chor bereits seit 1973, treten jedoch erst seit Oktober1997 unter diesem Namen auf, haben es sich, nach eigenem Bekunden, zum Ziel gesetzt, A Capella-Literatur aller Stilepochen möglichst perfekt zu singen. Als Vorbilder dienen ihnen neben den Regensburger Domspatzen, von dorther kommen auch einige Mitglieder sowie Chorleiter Walter Joh. Hansch, Ensembles wie "Kings Singers" oder "Chanticleer". Konzertreisen nach Frankreich, Italien und Prag machten den Chor bereits weit über die engere Heimat hinaus bekannt. Die behutsam auf den sakralen Raum abgestimmte reich bestückte Programmfolge stellte an den Beginn dreistimmige Männerchöre von Orlando di Lasso ("Adoramus te, Christe") und Alessandro Costantini ("Confitemini Domino"). Nach einer Komposition von Tomas Luis da Victoria, der Frauenchor sang vierstimmig dessen "Duo Seraphim", verließ man das 16. und 17. Jahrhundert. Mendelssohn-Bartholdys' in seiner innigen Schlichtheit geradezu "Volkseigentum" gewordenes Engelsterzett "Hebe deine Augen auf" aus seinem Oratorium "Elias", hier eingerichtet für dreistimmigen Frauenchor, wurde ebenso ausdrucksvoll interpretiert,wie danach Bachs achtstimmiges Werk "Fürchte dich nicht", das der mit 19 Frauen- und zehn Männerstimmen besetzte Chor sicher interpretierte. Dabei allerdings auf Schönklang mehr achtend als auf Textverständlichkeit. Eine feinsinnige, dynamische Entwicklung und lupenrein geführte Stimmen brachten die anrührende Schönheit von Franz Schuberts "Salve Regina", Anton Bruckners "Ave Maria" und Edvard Griegs "Ave maris stella" wunderbar zum Leuchten. Aus eigenen Reihen mit Manuela Kemether (Sopran) und Sabine Schmid (Violine) durchaus kompetent besetzt werden konnten in Mozarts "Laudate Dominum" die Soli. Auch Patricia Stöckl als Solistin in "Panis angelicus" von César Franck gestaltete mit grosser Hingabe. Nachdem nach der Pause eine weitere Gesangssolistin, Michaela Maria Mayer sang mit grosser Sicherheit von Joseph Haydn "Nun beut' die Flur", das Publikum beeindruckte, überzeugte der Chor in drei weiteren Titeln von Felix Mendelssohn-Bartholdy durch Ausgewogenheit und Flexibilität. Erstaunliches Stimmvolumen lieferten dabei die im Verhältnis doch kleine Gruppe der Männerstimmen.

Finale mit Spirituals

So auch beim Unisonobeginn von "Richte mich Gott". Keine Probleme gab es für den Chor selbst bei achtstimmiger Aufteilung, wie beispielsweise bei "Denn er hat seinen Engeln befohlen" oder in dem vier- bis achtstimmigen Lied "Jauchzet dem Herrn". Den Abschluss bildete ein Block mit Spirituals. Auch hier bewegen sich die Sängerinnen und Sänger unter der Obhut von Walter Joh. Hansch recht sicher und zeigen interpretatorisches Fingerspitzengefühl. Das Publikum erklatschte sich noch zwei Zugaben.